24 Juni, 2009

Zur Lage des Rektorats der Universität Stuttgart

Herr Schlicht, Rektoratsmitglied der Universität Stuttgart, forderte zur Vermeidung von Imageverlust der Universität auf dem Podium der offenen Diskussionsrunde der Studierenden und des Rektorats jeden Professor, jeden Dozenten und jeden Studenten dazu auf, das Image der Universität nach Außen zu verteidigen. Ich nenne dies einen Aufruf zur Werbung.
Es gab einmal eine Zeit, da konnte man stolz auf diese Universität sein. Es gab Zeiten, da trug der Wissenschaftler ein stolzes Selbstbewusstsein vor sich her, das an Arroganz grenzte. Heute krümmt sich das Rektorat, es ächzt unter dem Druck der Sachzwänge und der politischen Gegebenheiten. Dieses Rektorat hat kein Selbstbewusstsein. Es gleicht einer Verwaltung und ist sich keiner gesellschaftlichen Relevanz bewusst. So unterschrieb man seinerzeit zähneknirschend den Solidarpakt 2 und realisiert so langsam, daß man sich damit den Boden der Volluniversität unter den Füßen wegzog. Die Öffentlichkeit ist darüber bestürzt. Doch kann sie die Relevanz dieses Vorgangs für Stuttgart, für Baden-Württemberg verstehen? Wenn es soweit ist, dass Fakultäten geschlossen werden müssen, dann ist es auch soweit der Öffentlichkeit zu zeigen, was passiert, wenn nicht genug Lehrer da sind, wenn Kooperationen mit Bosch, Siemens und Daimler Benz zusammenbrechen. Ein selbstbewusstes Rektorat hat eine Verhandlungsgrundlage und ein selbstbewusstes Rektorat verwaltet keine Uni, sondern es führt sie und sorgt dafür, dass sie Zukunftsaussichten hat, ein selbstbewusstes Rektorat gestaltet eine Uni, die nicht Sachzwängen unterliegt, sondern eine Universität, die ein Sachzwang ist.
Eine Universität mit so einem Rektorat braucht ihre Angehörigen nicht auf Imagepflege einzuschwören. Sie gestaltet ihr Image selbst.

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22 Juni, 2009

Antwort auf Winnenden?

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